Die Chronologie versammelt regionale, schweizerische und internationale Daten zur Frauen- und Geschlechtergeschichte, um einen Vergleich zu ermöglichen (Link zu ausdruckbarer Pdf-Datei). Nachstehend eine Kurzfassung mit regionalen und nationalen Daten zu Frauenrechten. Die Datensammlung ist aber nicht vollständig, weitere Anregungen nehmen wir gerne entgegen.
| Jahr | St.Gallen/Appenzell | Jahr | Schweiz |
| 1836 | Weiblicher Krankenverein, St. Gallen | 1848 | Bundesverfassung, obligatorische Schulpflicht für die Mädchen |
| 1857 | Appenzell I.Rh.: Katholischer Frauenverein. 1886 Umbenennung in Frauen-Vinzentius-Verein | 1864 | Zutritt der Frauen zur Universität Zürich, als erste Studentin an der Medizin. Fakultät: Marija Alexandrowna Knjaznina aus Russland |
| 1859 | Eröffnung der Taubstummenanstalt. Initiantin ist Babette Steinmann (1809–1864) | 1868 | Association internationale des femmes von Marie Goegg-Poucoulin (1826–1899), Genf, Ziel ist die soziale, wirtschaftliche, rechtliche und politische Gleichstellung der Frau |
| 1868 | Israelitischer Frauenverein St. Gallen | 1870 | Während zwei Semestern studiert Catharina Gontscharoff, Nichte von Puschkins Ehefrau, an der Uni Bern |
| 1879 | Schweizer Frauen-Zeitung, hrsg. von Elise Honegger, St. Gallen, erscheint erstmals | 1871 | Eine Frau beginnt ein ordentliches Studium an der ETH in Zürich im Fach Maschineningenieurwesen |
| 1883 | Frauenverband St. Gallen | 1872 | Totalrevision der Bundesverfassung; Julie von May von Rüed (1808–1875) verlangt die Aufnahme des Frauenstimmrechts |
| 1885 | Appenzell I.Rh: Gründung eines Frauen-Armenvereins in Oberegg | 1872/73 | Zutritt der Frauen zur Universität Genf |
| 1886 | Arbeiterinnenverein St. Gallen, 1917 SP-Frauengruppe SG | 1877 | Das erste eidgenössische Fabrikgesetz tritt in Kraft |
| 1886 | Verein der Freundinnen junger Mädchen, Sektion St. Gallen und Gründung des Marthaheims | 1881 | Das Bundesgesetz über die persönliche Handlungsfähigkeit tritt in Kraft: Ledige, verwitwete, geschiedene Frauen erhalten die volle Rechts- und Handlungsfreiheit, verheiratete Frauen bleiben davon ausgeschlossen |
| 1889 | Gründung des Asyls für schutzbedürftige verwahrloste Mädchen | 1888 | Schweizerischer Gemeinnütziger Frauenverein (SGF) |
| 1890 | Appenzell A.Rh.: Appenzellischer Verein zur Hebung der Sittlichkeit | 1890 | Verband schweizerischer Arbeiterinnenvereine |
| 1890 | Kantonales Arbeiterinnenschutzgesetz | 1893 | Der Verband schweizerischer Arbeiterinnenverein fordert das Frauenstimmrecht |
| 1894 | Schweizerischer Hebammenverein, Lokalsektion St. Gallen; Appenzell I.Rh.: Christlicher Mütterverein | 1899 | Gründung Verband katholischer Arbeiterinnen |
| 1894 | Verein katholischer Lehrerinnen, Sektion St. Gallen (Sektion Gallus) bis 2001 | 1896 | 1. Schweizerischer Frauenkongress in Genf |
| 1895 | Appenzell A.Rh.: Kantonalkomitee der Freundinnen junger Mädchen | 1900 | Bund Schweizerischer Frauenvereine (BSF) |
| 1902 | Lehrerinnenverein St. Gallen | 1901 | Schweizerischer Frauenbund zur Hebung der Sittlichkeit: Abspaltung der Sektionen in der Deutschschweiz, Gründung des Verbandes deutschschweizerischer Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit |
| 1903 | Verein zur Hebung der Sittlichkeit, Lokalsektion St. Gallen (heute: Evangelischer Verband Frauenhilfe, St. Gallen-Appenzell); Appenzell A.Rh.: Erste Schülerinnen an der Kantonsschule Trogen | 1904 | Der BSF und die Arbeiterinnenvereine reichen eine Petition für eine Mutterschaftsversicherung ein |
| 1908 | Appenzell A.Rh.: Kantonales Arbeiterinnenschutzgesetz | 1905 | Erste Arbeiterinnensekretärin Margarethe Faas-Hardegger (1882–1963) des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes stammt aus Gams |
| 1909 | St. Gallische Vereinigung für Kinder- und Frauenschutz (heute: Verein Beratungsstelle für Familien); Appenzell A.Rh.: Aufnahme von Schülerinnen an die Kantonsschule Trogen wird in den Statuten festgelegt | 1909 | Schweizerischer Verband für das Frauenstimmrecht |
| 1910 | Erste Ostschweizerfrauenkonferenz (1910–1918) | 1911 | Der Internationale Frauentag am 8. März wird erstmals und auch in St. Gallen gefeiert |
| 1910 | Angelika Balabanoff (1876–1965) wird Arbeitersekretärin St. Gallen, setzt sich für italienische ArbeiterInnen ein, kritisiert Arbeiterinnenheime | 1912 | Schweizerischer Katholischer Frauenbund (SKF) |
| 1912 | Union für Frauenbestrebungen | 1916 | Schweizerisches Komitee der Internationalen Frauenliga für den Frieden und Freiheit gegründet |
| 1912 | Einreichung der Motion für das Frauenstimmrecht im Kanton St. Gallen, 1921 abgelehnt | 1919-21 | Volksentscheide gegen das Frauenstimmrecht in sechs Kantonen |
| 1913 | Katholischer Frauenbund, Sektion St. Gallen (KFB) | 1921 | 2. Schweizerischer Frauenkongress in Bern |
| 1914 | Zentrale Frauenhilfe St. Gallen (heute: Frauenzentrale des Kantons St. Gallen) | 1923 | Der BSF gründet die Schweizerische Zentralstelle für Frauenberufe |
| 1916 | Kindergärtnerinnenverein Sektion St. Gallen | 1928 | 1. Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA in Bern |
| 1921 | Erste Abstimmung über das Frauenstimmrecht im Kantons St. Gallen, wird abgelehnt, im Vorfeld erscheint «Die Stimme der Frau» | 1929 | Eine gesamtschweizerische Petition für das Frauenstimmrecht mit 249'237 Unterschriften wird eingereicht |
| 1925 | Ida Weber (1888–1977) gründet in St. Gallen die erste freisinnige Frauengruppe der Schweiz, Mitgründerin des Schweizerischen Verbandes für Frauenstimmrecht | 1932 | Schweizerischer Landfrauenverband wird gegründet |
| 1929 | Christlicher Verein Junger Töchter, Sektion St. Gallen (CVJT) gegründet: Beginn der reformierten Mädchenarbeit; Appenzell A.Rh.: Zusammenschluss der gemeinnützigen Frauenvereine zur Frauenzentrale | 1944 | Eröffnung des Schweizerischen Frauensekretariates: Zentralstelle für 40 Frauenorganisationen |
| 1940 | Ordination der ersten ev.-ref. Theologin | 1945 | Der Auftrag zur Schaffung einer Mutterschaftsversicherung wird in der Bundesverfassung verankert |
| 1944 | Appenzell A.Rh.: Schaffung einer Berufsberatungsstelle für Frauen und Mädchen | 1946/1947 | Negative Volksabstimmungen zum Frauenstimmrecht in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Land, Genf, Tessin und Zürich |
| 1947 | Der Grosse Rat schreibt Motionen zu Gunsten des Frauenstimmrechts ab | 1951 | Der BSF fordert: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit für Männer und Frauen |
| 1952 | 1958 | Iris von Roten (1917–1990) «Frauen im Laufgitter» erscheint und wird verrissen | |
| 1953 | Ausstellung 150 Jahre Frauenarbeit im Kanton St. Gallen | 1958 | 2. Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA in Zürich |
| 1959 | Der Kanton St. Gallen lehnt den negativen Ausgang der ersten gesamtschweizerischen Abstimmung für das Frauenstimmrecht mit 19.3% Ja ab | 1959 | Erste eidgenössische Abstimmung über das Stimm- und Wahlrecht für Frauen: abgelehnt |
| 1963 | Minivorlage für Wählbarkeit der Frauen in Schulräte, Gerichte und Kirche wird mit 44.1% Ja abgelehnt | 1969 | Gründung der Frauenbefreiungsbewegung (FBB) |
| 1967 | Appenzell I.Rh.: Gründung des Kantonalverbandes Katholischer Bäuerinnen | 1969 | Marsch nach Bern, Protest gegen die Unterzeichnung der Menschenrechtskonvention unter Vorbehalt des fehlenden Frauenstimmrechts |
| 1968 | Evangelische Kirche führt das Frauenstimmrecht ein | 1971 | Das Frauenstimmrecht wird auf Bundesebene angenommen |
| 1969 | Katholischer Konfessionsteil: Das Kollegium (Kirchenparlament) lehnt das Frauenstimmrecht mit 115 Ja gegen 34 Nein ab (Zweidrittelsmehr wäre notwendig gewesen) | 1974 | Die Bundesversammlung wählt Margrith Bigler-Eggenberger, St. Gallen, zur ersten Bundesrichterin |
| 1970 | Fakultative Einführung des Frauenstimmrechts in den Gemeinden. 47.3% Ja. Der katholische Konfessionsteil führt das Frauenstimmrecht ein; Appenzell A.Rh.: Die Landsgemeinde lehnt die Einführung des Frauenstimmrechts in den Gemeinden ab | 1975 | 4. Schweizerischer Frauenkongress in Bern |
| 1971 | Der Kanton St. Gallen lehnt mit 47% Ja die zweite gesamtschweizerische Abstimmung für das Frauenstimmrecht ab; Appenzell A.Rh: und I.Rh.: Die gesamtschweizerische Verfassungsänderung zu Gunsten des Frauenstimmrechts wird von beiden Halbkantonen abgelehnt | 1975 | Internationales Jahr der Frau |
| 1972 | Das Frauenstimmrecht auf der Ebene des Kantons St. Gallen wird angenommen; Appenzell A.Rh.: Die Landsgemeinde erteilt das Frauenstimm¬recht in den politischen Gemeinden, lehnt es jedoch auf kantonaler Ebene ab | 1975 | Frauen feiern den Internationalen Frauentag am 8. März erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder öffentlich |
| 1972 | Beginn der CVJM-Mädchenarbeit | 1976 | Einreichung der Fristenlösungs-Initiative |
| 1973 | Homosexuelle Arbeitsgruppe St. Gallen (HASG) bis Ende der 1980er Jahre | 1976 | Einreichung der Initiative Gleiche Rechte für Mann und Frau |
| 1973 | Erste Kirchenrätin (ev.-ref.). Appenzell I.Rh.: Die Landsgemeinde lehnt das Frauenstimmrecht in den politischen Gemeinden und auf kantonaler Ebene ab. | 1977 | Organisation für die Sache der Frau OFRA Schweiz |
| 1973 | Bananen-Aktion für fairen Handel | 1978 | Initiative für eine Mutterschaftsversicherung wird lanciert |
| 1976 | Die Frauengruppe St. Gallen gestaltet eine Nummer der studentischen Zeitschrift Prisma: Die Nummer löst in der Öffentlichkeit einen Skandal aus; Appenzell A.Rh.: Das Frauenstimmrecht auf kantonaler Ebene wird durch die Landsgemeinde erneut abgelehnt | 1979 | Der Bundesrat befürwortet die Förderung von Frauenanliegen und die Gleichstellung der Geschlechter |
| 1976 | 3.-Welt-Laden St. Gallen (heute: Claro) | 1980 | Einreichung der Initiative «Für einen besseren Schutz der Mutterschaft» |
| 1977 | Homosexuelle Frauengruppe St. Gallen (HFG) bis ca. 1979 | 1981 | Der Grundsatz der Gleichstellung von Frau und Mann wird in der Bundesverfassung verankert |
| 1977 | Aikido-Kurs zur Selbstverteidigung für Frauen, wöchentlich, bis heute | 1983 | Frauenorganisationen fordern: Vergewaltigung in der Ehe soll strafbar sein |
| 1977 | Informationsstelle für Frauen (INFRA St. Gallen) bis 1992 | 1984 | Ablehnung der Initiative «Für einen besseren Schutz der Mutterschaft» mit 15.8% Ja-Stimmen |
| 1978 | Arbeitsgruppe Schutz für misshandelte Frauen | 1984 | Dr. Elisabeth Kopp (1936) wird erste Bundesrätin |
| 1978 | Gründung des Vereins alleinerziehender Mütter und Väter St. Gallen | 1985 | Die gesamtschweizerische Demonstration am Internationalen Frauentag, 8. März, findet in St. Gallen statt |
| 1980 | Politische Frauengruppe St. Gallen (PFG): Bei den Gemeinderatswahlen 1980 erobert die PFG erstmals einen Sitz | 1987 | KUVG-Revision wegen Mutterschafts-Taggeld mit 28% Ja-Stimmen abgelehnt |
| 1980 | Eröffnung des Frauenhauses in St. Gallen | 1987 | Eva Segmüller, St. Gallen, wird Präsidentin der CVP Schweiz: Erstmals präsidiert eine Frau eine Bundespartei |
| 1980 | Frauenkreis, später: Ökumenisches Forum Frau und Kirche bis 2005 | 1988 | Das neue Eherecht trifft in Kraft: Frau und Mann sind in der Ehe gleichberechtigt |
| 1981 | Ausstellung «Mutter sein – nicht Mutter sein» | 1989 | Die Landsgemeinde von Appenzell Ausserrhoden stimmt dem kantonalen Frauenstimmrecht mit knappem Handmehr zu |
| 1981 | Der Kantons St. Gallen lehnt den Grundsatz der Gleichstellung von Frau und Mann in der Bundesverfassung mit 46% Ja ab. Auch die Kantone Appenzell A.Rh. und I.Rh. lehnen die Gleichstellung von Frau und Mann ab;Appenzell A.Rh.: Hansruedi Fricker erfindet die Figur «Ida Schläpfer», dargestellt als Bärin mit rot leuchtender Vulva. Ida Schläpfer dient als Identifikationsfigur für den Widerstand und tritt in subversiven Kleinplakaten und Aktionen für das Frauenstimmrecht ein | 1989 | Gründung Lesben Organisation Schweiz (LOS) |
| 1982 | Der Kongress der OFRA Schweiz findet in St. Gallen statt; Appenzell I.Rh.: Die Landsgemeinde lehnt das Frauenstimmrecht in den politischen Gemeinden und auf kantonaler Ebene erneut ab | 1990 | Appenzell Innerrhoden muss auf Grund eines Bundesgerichtsentscheids als letzter Kanton das Stimm- und Wahlrecht einführen |
| 1983 | Kulturwoche zu Gunsten des Frauenhauses St. Gallen | 1991 | 14. Juni, Landesweiter Frauenstreik |
| 1984 | Der Kanton St. Gallen lehnt die Mutterschaftsversicherung mit 9% Ja ab | 1992 | Das neue Sexualstrafrecht trifft in Kraft: Vergewaltigung in der Ehe wird auf Antrag hin strafrechtlich verfolgt |
| 1984 | Frauenbeiz Katz im Restaurant Bündnerhof bis 1986 | 1993 | Landesweite Frauenproteste, als an Stelle von Christiane Brunner ein Mann als Bundesrat gewählt wird. Der Gewählte tritt zurück. Wahl von Ruth Dreifuss |
| 1985 | Werkstatt Frauensprache bis 1996 | 1993 | Frauenlisten in verschiedenen Schweizer Städten schliessen sich zur UFF! (Unabhängige Frauenlisten Schweiz) zusammen |
| 1986 | Wiberrot bis 1987 | 1993 | Inkrafttreten Opferhilfegesetz (OHG) |